Login

Nissan Leaf: Stromert ab 2012 in D

29.11.2011 13:01:45 | Cornelia Wahl
Nissan Leaf FrontansichtNissan kündigt die Markteinführung des reinen Elektromobils Leaf in Deutschland für April 2012 an. Der Anschaffungspreis für den Stromer beträgt 36.990 Euro. Die Anzahl der Extras hält sich in Grenzen. Es gibt ein Winterpaket, in dem eine Sitzheizung für vorne und hinten sowie eine Lenkradheizung gebündelt sind. Eine weitere Option ist der Dachkantenspoiler mit integrierter Solarzelle. Diese unterstützt die 12-Volt-Batterie bei ihrer Arbeit. Die Auslieferung des Nissan Leaf erfolgt zunächst über 18 speziell geschulte Händler. Bis Ende des Jahres 2013 soll die Zahl der Händlerstützpunkte für den Leaf auf 100 Stück anwachsen. Zur Markteinführung will der japanische Autobauer den Kunden Leasing-Angebote unterbreiten. Neben der dreijährigen Fahrzeuggarantie gibt Nissan fünf Jahre Gewährleistung auf alle elektronischen Bauteile. 

Nissan Leaf: Der Motor

Der Nissan Leaf wird vom Fleck weg von einem Elektromotor beschleunigt, der 80 kW (109 PS) Leistung hat. Aus dem Stand heraus ist ein Drehmoment von 280 Newtonmetern verfügbar. Die Beschleunigung aus dem Stand auf Tempo 100 erledigt der 4,77 Meter lange, 1,77 Meter breite und 1,55 Meter hohe Fünfsitzer in 11,9 Sekunden. Die zur Energieversorgung nötige Batterie wurde von AESC entwickelt. AESC ist ein Joint-Venture zwischen Nissan und NEC. Die 48 Lithium-Ionen-Module verfügen jeweils über vier Batteriezellen. Sie sind im Unterboden in Nähe des Fahrzeugschwerpunktes untergebracht. Die Reichweite einer vollgeladenen Batterie soll 175 Kilometer betragen. Wie viele Kilometer mit einem voll geladenen Akku zurückgelegt werden können, hängt jedoch von der Außentemperatur, den Einstellungen der Klimaanlage oder der Heizung, Nissan Leaf Elektroeinheitdem persönlichen Fahrstil, dem Streckenprofil und dem Lebensalter der Batterie ab. Wird beim Fahren Energie zurückgewonnen, informieren Leuchtdioden den Fahrer darüber. Die Rekuperation startet, wenn der Fahrer den Fuß vom Strompedal nimmt beziehungsweise bremst. Dann arbeitet der Elektromotor als Generator und speist die sonst verloren gegangene Energie in die Batterie zurück. Über einen einer Computer-Maus ähnelten Drehschalter am Ende der Tunnelkonsole legt der Fahrer das Fahrprogramm (D oder Eco) und den einzulegenden Gang (Vorwärts- oder Rückwärtsgang) fest. Im Eco-Modus wird die Leistung der Klimaanlage heruntergefahren. Wenn der Eco-Modus aktiviert ist, informieren Tannenbaum-Piktogramme den Fahrer über die besonders effiziente Fortbewegung. 

Serienausstattung des Nissan Leaf

Wer sich für das Elektroauto Leaf entscheidet, braucht auf Sicherheit nicht zu verzichten, wie schon der EuroNCAP-Crashtest zeigte. Zum Serienumfang zählen unter anderem sechs Airbags, ein elektronisches Stabilitätsprogramm, ein Antiblockiersystem, ein Bremsassistent sowie LED-Hauptscheinwerfer. Außerdem an Bord ist ein Navigationssystem mit einem sieben Zoll großen berührungsempfindlichen Bildschirm und eine Rückfahrkamera. Die Klimaautomatik verfügt über eine Zeitsteuerung. Die Außenspiegel lassen sich elektrisch anklappen und beheizen. Vorne und hinten sind darüber hinaus Fensterheber montiert. Auf- und abgeschlossen wird der Nissan Leaf über eine funkfernbedienbare Zentralverriegelung. LED-Technik kommt auch bei den Rücklichtern zur Anwendung. Die Türaußengriffe sind mit Chromoptik verfeinert. Die Außenspiegelkappen und die Stoßfänger tragen die Wagenfarbe. Schlüsselloses Starten ermöglicht der Intelligent Key. Für die Vergrößerung des 330 Liter großen Gepäckabteils ist eine asymmetrisch geteilt umklappbare Rückbank montiert. 

Nissan Leaf KofferraumDie Lademöglichkeiten 

An der Front des Nissan Leaf verstecken sich hinter einer Klappe zwei Ladeanschlüsse. Einer ist fürs Laden mit Wechselstrom (bis 3,3 kW), der andere fürs Aufladen mit Gleichstrom (bis 50 kW). Fürs Aufladen gibt es drei Möglichkeiten. Entweder man parkt den Leaf in der heimischen Garage und lädt das Auto nachts auf, wenn der Strom günstig ist. Dann dauert der Ladevorgang für eine Vollladung etwa acht Stunden. Mit der Schnellladefunktion und 50 kW Gleichstrom ist die Batterie in weniger als 30 Minuten zu 80 Prozent aufgeladen. Für den Notfall - hier ist der Ladestrom auf zehn Ampere begrenzt -  ist ein Notladekabel an Bord. Damit dauert der komplette Ladevorgang allerdings 13 Stunden. 

Über Ladezustand immer informiert

Auf dem Laufenden wird der Fahrer eines Leaf durch neueste Telematiksysteme gehalten. Sie informieren etwa über den aktuellen Energieverbrauch und die Entfernung zur nächstgelegenen Ladestation. Deren Position wird von dem Satelliten gestützten Navigationssystem laufend neu berechnet, um bei abnehmender Batteriespannung sofort die kürzeste Route zur Verfügung stellen zu können. Auch über das Smartphone oder über den PC können Angaben zu Ladezustand oder verbleibender Reichweite eingeholt  Nissan Leaf Heckansichtwerden. Und über eine drahtlose Fernbedienung und eine Timer-Funktion kann das Aufladen der Batterie programmiert und vor Fahrtbeginn die Heizung oder Klimaanlage aktiviert werden.

Stromtankstellennetz im Aufbau

Zusammen mit dem Energiekonzern RWE hat Nissan mittlerweile ein Stromtankstellennetz aufgebaut, das annähernd 1050 Ladestationen umfasst. Der Schwerpunkt liegt dabei in Berlin und im Ruhrgebiet. Wird ein Leaf an der Tankstelle angeschlossen, werden Fahrzeug und Halter erfasst. Automatisch wird die Lademenge erkannt. Und das Bezahlen erfolgt anschließend mit der EC- oder Kreditkarte. Ab dem ersten Quartal 2012 soll der Bezahlvorgang auch über SMS möglich sein. Ein lückenloses Nachladen auf einer Strecke von 400 Kilometern ist entlang der Autobahn A1 und A2  möglich. Dort befinden sich insgesamt neun Schnellladestationen, an denen DC-fähige Elektroautos noch bis Ende 2012 kostenlos Strom zapfen können. 

Nissan hat den Leaf 2011 in mehr als zehn europäischen Ländern auf den Markt gebracht. Weltweit stromern bereits über 20.000 Leaf über die Straßen. 

Bilder: Nissan