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Bernd Rosemeyer: In Memoriam

28.01.2013 08:01:42 | Cornelia Wahl
Bernd RosemeyerAuf den Tag genau vor 75 Jahren verunglückte der Rennfahrer Bernd Rosemeyer bei einer Rekordfahrt auf der Reichsautobahn Frankfurt - Darmstadt tödlich. Rosemeyer war in einem Auto Union Typ C Stromlinien Rennwagen bei einer Geschwindigkeit von knapp 440 km/h von einer Windböe von der Straße geweht worden. Der Rennwagen überschlug sich mehrmals. Bernd Rosemeyer verstarb vor Ort. 

Rosemeyers kurze Rennfahrer-Karriere

Rosemeyer gehört zu den besten Rennfahrern im deutschen Motorsport. Und er war ein Motorsport-Idol seiner Zeit. 25-jährig kam der ehemalige Motorradfahrer im Jahr 1935 zur Auto-Union-Rennabteilung. Dort debütierte er im Auto Union am 26. Mai beim Avus-Rennen in Berlin. In seinem ersten Jahr holte er gleich mehrere Podestplätze. Und er gewann den Großen Preis der Tschechoslowakei in Brünn. Das Jahr 1936 wurde das Jahr des Bernd Rosemeyer. Er gewann im Auto Union Typ C 16-Zylinder-Rennwagen alle Titel, die es zu gewinnen gab. Er wurde Europameister, Deutscher Straßenmeister und Deutscher Bergmeister. Zu weltweiter Bekanntheit verhalfen ihm die Siege beim Vanderbilt Cup in New York im Juli 1937 und beim ersten englischen Grand Prix in Donington im Oktober desselben Jahres. 

Rosemeyers letzte Rekordfahrt

Ebenfalls im Oktober 1937 holte Rosemeyer mehrere Weltrekorde bei Rekordfahrten auf der Autobahn Frankfurt - Darmstadt. Dabei war er als erster Mensch in einem Rennwagen mit mehr als 400 km/h auf einer öffentlichen Straße unterwegs. Doch auch die Konkurrenz wollte Rekorde. Am selben Tag, an dem Rosemeyer tödlich verunglückte, führte auf der gleichen Strecke Mercedes mit Rudolf Caracciola im Mercedes W 125 Rekordfahrten durch. Caracciola war 432,7 km/ schnell - ein neuer Rekord. Danach machte sich Bernd Rosemeyer auf, den Rekord zu brechen. Dabei waren die Wetterbedingungen alles andere als günstig. Es war windig geworden. Dennoch machte sich Rosemeyer im überarbeiteten Stromlinien-Rennwagen der Auto Union auf zu seinem ersten Versuch. Sein Rennwagen war mit einem 6,5 Liter großen 16-Zylinder ausgerüstet, der 545 PS leistet und gut war für eine Höchstgeschwindigkeit von 456 km/h. Bei seinem ersten Versuch schaffte er 429,4 km/h. Trotz des Windes machte sich Rosemeyer zu einem weiteren Versuch auf. Bei Kilometer 9,2 erfasste eine Windböe den Auto-Union-Rennwagen bei einer Geschwindigkeit von annähernd 440 km/h. Der Rennwagen kam von der Straße ab, überschlug sich mehrmals. Rosemeyer wurde aus dem Wagen geschleudert und war sofort tot. Der Rekord von Caracciola hat bis heute Bestand. 

Heute erinnert ein Gedenkstein am Autobahnparkplatz am Nauheimer Oberwald an der A5 an die tödliche Rekordfahrt und den Rennfahrer Bernd Rosemeyer. 

Bild: Audi