Nissan Leaf: Über 100 kleine Änderungen

28.02.2013 08:33:17 | Cornelia Wahl
Nissan Leaf mit neuer "Nase"Nissan hat sein Elektromobil Leaf überarbeitet und weitet die Produktion aus. Wurde der Leaf bisher in Japan produziert, starten die Japaner die Produktion auch in Nordamerika und in Europa. Die Änderungen bringen einen geringeren Luftwiderstandsbeiwert (cw: 0,28), mehr Reichweite und einen größeren Kofferraum. Außerdem gibt es drei Ausstattungsniveaus. Erhältlich für den Leaf sind ein auf das Elektromobil abgestimmtes Bose-Soundsystem und das Around-View-Monitor-System (AVM). Das AVM besteht unter anderem aus vier Kameras, die eine Aufsicht des Fahrzeugs und seiner Umgebung auf ein Sieben-Zoll-Display projizieren und so das Einparken und Rangieren leichter machen. 

Veränderungen am Antriebsstrang

Technische Änderungen gibt es beim Antriebsstrang des Leaf. Bislang befand sich der Wechselrichter - er wandelt den Gleichstrom der Akkus in Wechselstrom für den E-Motor um - im Kofferraum. Nun wurde er im vorderen Motorraum untergebracht und bildet ein kompaktes Paket mit dem Elektromotor. Das Wechselsynchron-Aggregat hat nach wie vor eine Leistung von 80 kW (109 PS). Gleich blieb auch der Batterie-Pack mit 48 flach bauenden Lithium-Ionen-Modulen. Sie sind nah am Schwerpunkt im Unterboden verstaut. Durch die Platzierung des Wechselrichters im Motorraum wuchs das Kofferraumvolumen um 40 Liter. Außerdem entfällt die Strebe in der Mitte des Kofferraumbodens beim Umlegen der Rücksitze.

Wärmepumpe statt PTC-Aggregat

Modifiziert wurde auch das Heizungs- und Lüftungssystem im Leaf. So ersetzt eine Wärmepumpe das PTC-Aggregat. In der Folge sinkt der Verbrauch, die Reichweite erhöht sich, was vor allem im Winter und an sehr heißen Tagen im Sommer bemerkt werden kann. Eine Batterieladung soll Nissan-Angaben zufolge 199 Kilometer weit reichen. 

Überarbeitung an Bremse, Fahrwerk und Lenkung

Überarbeitet hat Nissan auch das Fahrwerk, die Lenkung und die Bremsen. So soll eine neue Dämpferkennung für verringerte Aufbau- und Rollbewegungen sorgen. Die Lenkung soll eine verbesserte Rückmeldung bieten und einen besseren Fahrbahnkontakt vermitteln. Die Bremsen wurden hinsichtlich Ansprechverhalten und Rekuperation in Richtung Batterie modifiziert. Um den Verbrauch weiter zu drosseln, gibt es zwei Eco-Modi, die getrennt voneinander wählbar sind. Neu ist Programm B. Es erhöht den Anteil, der beim Bremsen in die Batterie gespeisten Energie. Drückt der Fahrer auf den E-Knopf am Lenkrad, reduziert sich die Motorleistung und der Energiebedarf verringert sich. 

Nissan Leaf - LadeportModifikationen am Carwings-System

Ebenfalls verändert wurde das Carwings-System. Damit können die Heizungs- und Klimafunktion von außen geregelt und überwacht werden. Verbessert wurden die Integration von Smartphones und die Spracherkennung. Dazu gibt es in Echtzeit Informationen zur verbrauchsgünstigsten Route und nächstgelegener Ladestation. Als Anzeigegerät ist ein sieben Zoll großes berührungsempfindliches Display mit farbiger Anzeige an Bord. Dazu kommt ein bordeigenes Satelliten-Navigationsgerät, eine Bluetooth-Schnittstelle fürs Handy. Darüber hinaus lässt sich zudem ein MP3-Spieler steuern. Neu ist die Google Send-to-Car-Funktion. Damit kann über Google Maps die Reiseroute am Computer, am Laptop oder am Smartphone bestimmt werden und vor dem Verlassen des Hauses an den Leaf übermittelt werden. Außerdem können interessante Punkte - so genannte Point of Interest, Wetterprognosen oder Flugpläne angezeigt werden. Verändert präsentieren sich die Menüs des Navigationssystems. So gibt es eine verbesserte Übersicht über die Spurwahl bei Autobahnabfahrten und Warnzeichen und Warntöne beim Überschreiten von Geschwindigkeitsbegrenzungen. 

Sitzkomfort verbessert

Überarbeitet wurden die Sitze im Leaf. Sie sollen mehr Seitenhalt bieten. Zudem ist eine Höhenverstellung an Bord. Und: Die Sitzbezüge bestehen zu 100 Prozent aus nachwachsendem Rohrzucker. Alternativ bietet Nissan eine Lederausstattung an. Änderungen gibt es auch beim Ladeanschluss im Bug. Er ist bei Nacht mit einer LED beleuchtet. Außerdem besitzt der Ladeport nun einen elektrischen Schalter und das Ladekabel über eine elektromechanische Verriegelung, was ein manuelles Anschließen erübrigt. Das Intelligent-Key-System (i-Key) ist ein drahtloses Zugangs- und Startsystem, das zusätzlich das Öffnen und Schließen der Ladeportklappe und des Kabelanschlusses ermöglicht. 

Drei Ausstattungsniveaus

Für den Nissan Leaf gibt es die Ausstattungen Visia, Acenta und Tekna. Visia ist die Basis. Sie bringt unter anderem 16-Zoll-Stahlfelgen und schwarze Außenspiegelkappen mit. Die Acenta-Version ist an den 16-Zoll-Leichtmetallfelgen und den in Wagenfarbe lackierten Außenspiegelgehäusen erkennbar. Zudem sind die Scheiben ab den B-Säulen abgedunkelt. Mit an Bord ist das Carwings-System. Top-Ausstattung ist Tekna. Hier sind 17-Zoll-Alufelgen und LED-Scheinwerfer montiert. Im Innenraum findet sich Leder. AVM und das Bose-Soundsystem sind beim Tekna Bestandteile der Serienausstattung. Darüber hinaus gibt es eine neue Farbpalette für außen. Hier stehen sieben Farben zur Wahl. 

Weiterhin ab der Basis-Version an Bord sind Front-, Seiten- und Fenster-Airbags, Antiblockiersystem, eine elektronische Bremskraftverteilung mit Bremsassistent und ein elektronisches Stabilitätsprogramm. 

Bilder: Nissan