Porsche 918 Spyder: Info

20.05.2013 15:56:51 | Cornelia Wahl
Porsche 918 Spyder - FrontansichtRennsporttechnik gepaart mit Alltagstauglichkeit, satte Leistung, und dabei so wenig wie möglich Sprit verbrauchen (im Mittel 3,3 Liter je 100 Kilometer), das ist es, was den Porsche 918 Spyder ausmachen soll. Die Nähe zum Rennsport manifestiert sich bei dem zweisitzigen Supersportwagen daran, dass Erkenntnisse aus der Entwicklung von Porsche-Rennwagen für die 24 Stunden von Le Mans 2014 einflossen. Der Verbrennungsmotor stammt konzeptionell aus dem LMP2-Rennwagen RS Spyder. Aus dem Rennwagenbau sind auch die Top Pipes. Sie sorgen für den Klang und befördern die heißen Abgase direkt und auf kürzestem Weg ins Freie. Die Rundenzeit auf der Nordschleife des Nürburgrings ist mit 7.14 Minuten gemessen, 20 Sekunden schneller als der Carrera GT. Für die Alltagstauglichkeit gibt es zwei Sitzplätze und ein Kofferraumvolumen von annähernd 110 Litern. Der Porsche 918 Spyder hat ein Monocoque aus kohlefaserverstärktem Kunststoff (CFK) mit verblocktem CFK-Aggregateträger. Zusätzliche Crashelemente sind weitere Sicherheitsmaßnahmen. Dazu kommt ein feststehender Überrollschutz. Als weiteres Highlight ist ein zweiteiliges Targadach montiert. 

Die Leistungsdaten des 918 Spyder

Beschleunigt wird der 918 Spyder von einem 4,6-V8-Treibsatz, der für sich genommen 447 kW (608 PS) leistet und ein maximales Drehmoment von 530 Newtonmetern entwickelt. Dazu kommen ein Hybridmodul an der Hinterachse mit 115 kW (156 PS) und ein Elektroaggregat  mit 95 kW (129 PS) an der Vorderachse. Insgesamt ist eine Leistung von 652 kW (887 PS) möglich. Das kombinierte maximale Drehmoment ist mit 1275 Newtonmetern angegeben. Die Kraftübertragung übernimmt ein überarbeitetes Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Aus dem Stand rennt der Zweisitzer in 2,8 Sekunden auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit gibt Porsche mit über 340 km/h an. 

Hybridmodul und Batterie

Das Hybridmodul setzt sich aus einem Elektro-Motor und einer Trennkupplung zusammen. Die Lithium-Ionen-Batterie setzt sich aus 312 Einzelzellen zusammen. Der Akku liefert eine Kapazität von 6,8 kWh. Mit einem Plug-in-Ladesystem ist es kompatibel zum Stromnetz. Der Stromanschluss ist in der B-Säule auf der Beifahrerseite angebracht und länderspezifisch ausgeführt. Eine Traktionsbatterie wandelt den Wechselstrom der 230-Volt-Steckdose in Gleichstrom um. An einer mit zehn Ampere abgesicherten Steckdose braucht es vier Stunden bis der Akku aufgeladen ist. Über eine Lade-Docking-Station in der Garage verringert sich die Ladedauer etwa um die Hälfte. Am schnellsten geht das Vollladen mit einem optionalen Schnellladesystem. Dauer hier: etwa 25 Minuten. 

Porsche 918 Spyder - CockpitDie fünf Betriebszustände der drei Motoren

Für die drei Motoren stehen fünf Betriebsmodi zur Verfügung. Bei voller Batterie ist E-Power beim Start die Standardeinstellung. Idealerweise kann der Zweisitzer damit über 30 Kilometer rein elektrisch fahren. Die Beschleunigung im E-Modus aus dem Stand auf 100 km/h soll in weniger als sieben Sekunden absolviert sein. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 150 km/h. Der V8 greift nur bei Bedarf ein. Ist der Ladezustand unter einen definierten Minimalwert gesunken, schaltet die Technik automatisch in den Hybrid-Modus um. Dabei arbeiten Elektromotoren und Verbrennungsaggregat abwechselnd. Im Vordergrund dieses Betriebszustandes stehen höchste Effizienz und geringstmöglicher Kraftstoffverbrauch. Der Leistungseinsatz orientiert sich an der jeweiligen Fahrsituation und -leistung. Dynamischer bewegt sich der 918 Spyder im Sport-Hybrid-Zustand vorwärts. Hier übernimmt der V8 den Hauptteil der Arbeit. Die beiden Elektro-Maschinen unterstützen ihn dabei durch elektrischen Boost oder wenn der Betriebspunkt des Benziners effizienter werden kann. Dabei liegt das Augenmerk auf Leistung und sportliche Fahrweise bei maximaler Geschwindigkeit. Für besonders viel Leistung und besonders sportliche Fahrweise ist der Race-Hybrid-Modus gedacht. Der V8 wird unter hoher Last betrieben. Er speist die Batterie, wenn die maximale Leistung nicht abgerufen wird. Die Elektromotoren unterstützen durch Boosten. Die Schaltcharakteristik des Doppelkupplungsgetriebes ist sportlicher ausgelegt. Der Ladezustand der Batterie schwankt. Die letzten Reserven aus dem 918 Spyder werden gekitzelt, wenn der Map-Schalter auf Hot Lap steht, was nur im Race -Hybrid-Modus möglich ist. Hier wird die Traktionsbatterie für einige Runden an der oberen Leistungsgrenze betrieben. Dabei wird die gesamte verfügbare Energie der Batterie abgerufen. 

Porsche 918 Spyder - HeckansichtFahrwerk und Bremsen

Beim Fahrwerk setzt Porsche auf eine Doppelquerlenkerachse vorne. Am Heck ist eine Mehrlenker-Konstruktion mit adaptiver elektromechanischer Einzelradlenkung verbaut. Die Servolenkung arbeitet elektromechanisch. Elektronisch geregelte Zweirohr-Stoßdämpfer sind vorne und hinten montiert. Den Fahrbahnkontakt stellt das 918 Spyder Rad her. Es hat vorne die Größe 9,5 x 20 Zoll und ist mit 165/35 ZR 20-Reifen bestückt. Hinten sind auf 12,5  x 21 Zoll großen Felgen 325/30 ZR 21-Pneus montiert. Die Hochleistungshybridsystem arbeitet mit adaptiver Rekuperation. Die Keramik-Bremsscheiben sind innenbelüftet und gelocht. Vorne haben sind einen Durchmesser von 410 Millimetern bei einer Dicke von 36 Millimetern. Hinten messen sie 390 x 32 Millimeter. Zudem verfügt der 4,643 Meter lange, 1,940 Meter breite und 1,167 Meter flache Supersportwagen über einen unabhängigen Allradantrieb. Dazu treibt der vordere Elektromotor die Vorderräder über eine feste Übersetzung an. Die Trennkupplung koppelt die Elektromaschine bei höheren Geschwindigkeiten ab. Für jede Achse wird das Antriebsmoment eigenständig geregelt. 

Hybridlenkung

Um einen möglichst niedrigen Fahrzeugschwerpunkt zu erreichen sind der Antriebsstrang und Bauteile mit mehr als 50 Kilogramm Gewicht so tief und so zentral wie möglich im Wagenboden verstaut. Die Traktionsbatterie sitzt hinter dem Fahrer. Die Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse beträgt so 43 zu 57. Die Hinterradlenkung besteht im Wesentlichen aus einem elektromechanischen Verstellsystem an jedem Hinterrad. Die Verstellung erfolgt in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit und ermöglicht einen Lenkwinkel von bis zu drei Grad in beide Richtungen. Die Verstellung kann gegen- oder gleichsinnig zum Einschlag der Vorderräder erfolgen. Ist die Geschwindigkeit niedrig, schlagen die Hinterräder entgegengesetzt zu den vorderen ein. Das ermöglicht ein zielgenaues Kurvenfahren. Bei hohem Tempo richten sich die Hinterräder in die gleiche Richtung wie die Vorderräder aus. Das sorgt für Stabilität bei schnellen Spurwechseln. 

Automatisch verstellbare Aerodynamikelemente

Ausgeklügelt ist auch das Porsche Active Aerodynamic (PAA)-System. Dabei handelt es sich um verstellbare Aerodynamikelemente in drei Stufen. Die Einstellungen erfolgen automatisch. Sie stellt sich mit optimaler Effizienz und maximalem Abtrieb auf die Betriebszustände des Hybridantriebs ein. 

Porsche 918 Spyder mit Weissach-Paket

Mit Weissach-Paket wird der 918 Spyder mehr zum Rennwagen. Dies zeigt sich beispielsweise an den Farben und dem Design legendärer Porsche-Rennwagen. Das Performance-Paket enthält Dach, Heckflügel, Außenspiegelkappen und einen Frontscheibenrahmen aus Sichtcarbon. Im Interieur sind einige Teile mit Alcantara anstatt Leder verkleidet. Aluminium wird durch Sichtcarbon ersetzt. Auch bei der Geräuschdämmung ist weniger mehr. Die ungefederten Massen verringern sich durch die Verwendung von Magnesiumrädern. So bringt der 1640 Kilogramm schwere Spyder annähernd 35 Kilogramm weniger auf die Waage. In der Folge verbessert sich die Fahrdynamik. Sechspunktgurte halten Fahrer und Beifahrer in den Sitzen. Weitere Aerodynamik-Anbauteile in Sichtcarbon sind weitere Inhalte des Weissach-Pakets. Möglich ist auch der Verzicht auf die Lackierung. Dann bekommt man eine Folierung.

Bilder: Porsche