Login

ADAC-Test: Assistenzsysteme für Fußgängerschutz

14.11.2013 15:04:56 | Cornelia Wahl
ADAC-Test von Fahrerasitenzsystemen - hier FußgängerschutzDer Automobilclub ADAC hat Fahrerassistenzsysteme  unter die Lupe genommen, die zum Fußgängerschutz eingesetzt werden können. Getestet wurden System von BMW, Mercedes, Lexus und Volvo sowie ein Nachrüstsystem von Mobileye. 

Testergebnis

Am besten schnitten die bordeigenen Systeme von Lexus und Volvo ab. Sie erhielten in der Bewertung ein „gut“. Ein „befriedigend“ haben die Systeme in der Mercedes E-Klasse und im BMW 3er GT erhalten. Weniger überzeugen konnte das Nachrüstsystem von Mobileye. Die Tester befanden es zwar prinzipiell für gut, wenn der Fahrer bei Gefahr gewarnt wird, "aber für einen wirklich guten aktiven Fußgängerschutz muss ein System schnell selbständig abbremsen können", so der ADAC. 

Die Testsieger

Besser machten es die Testsieger im Lexus LS600h L und im Volvo V40. Beide Systeme konnten einen Crash mit einem Fußgänger, der gut sichtbar die Straße überquert, bei Geschwindigkeiten bis 50 km/h durch selbständiges Abbremsen vermeiden. Am wirksamsten sieht der Autoclub das System im Volvo V40. Die Tester hoben die Notbremsfunktion bei einem möglichen Zusammenprall und den Preis hervor. Außerdem ist der V40 ab Werk mit einem Fußgänger-Airbag ausgestattet. Das Lexus-Assistenzsystem ist hochpreisig. Es ist für 8700 Euro zu haben - das des Volvo für 1800 Euro. Dafür ist es mit einem Nachtsichtsensor ausgerüstet. 

ADAC-Test Fahrerassistenzsystem - Fußgängerschutz - ErgebnisErwartungen nicht ganz erfüllt

Die Erwartungen nicht ganz erfüllen konnte die Fußgängererkennung der Mercedes Pre-Safe-Bremse (2678 Euro) in der E-Klasse. Das System, zeigt bei sich bewegenden Fußgängern Schwächen. So erkennt es ein Kind, das über die Straße läuft, nicht rechtzeitig. Günstiger - für 520 Euro - gibt es eine entsprechende Technik von BMW. Das System der Bayern löst keine Vollbremsung aus, unterstützt aber durch die automatische Reduzierung des Tempos den Fahrern beim Bremsen und verringert so die Gefahr eines Auffahrens.

Nachrüstlösung warnt nur

Rund 800 Euro kostet das Nachrüstsystem Mobileye. Es kann nachträglich in Fahrzeuge ab Baujahr 2002 eingebaut werden. Es warnt vor der Gefahr. Die Reaktionszeit des Fahrers jedoch ist ausschlaggebend. ob es zu einem Zusammenstoß kommt oder nicht. Der ADAC hält Systeme, die abbremsen können, für sinnvoller. 

ADAC-Forderung in Sachen Fußgängerschutz durch Assistenzsysteme

Der  ADAC fordert die Fußgängerschutztechnik in allen Pkw umzusetzen. Außerdem sollte die Fußgängererkennung bei Dunkelheit zu verbessern, da meisten tödlichen Fußgänger-Unfälle bei Nacht passieren. Auch sollte man sich auf die Systeme nicht blind verlassen, da die komplexe Erkennung von Fußgängern die Technik an ihre Grenzen bringt. 

Statistik 2012

Im Jahr 2012 starben 520 Fußgänger im Straßenverkehr, 31.310 Fußgänger wurden verletzt, so die Statistik des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden. 

Bilder: ADAC