IAA 2015: Porsche Mission E

15.09.2015 15:13:47 | Cornelia Wahl
Porsche Mission EPorsche zeigt auf der Internationalen Automobil Ausstellung IAA 2015 (17. bis 27. September) mit dem Konzeptwagen Mission E den ersten rein elektrisch angetriebenen viersitzigen Sportwagen der Marke. 

Optisches zum Mission E

Die Konzeptstudie Mission E präsentiert sich im unverkennbaren Porsche-Design. Die Karosserie ist eine Mischung aus Aluminium, Stahl und kohlenstofffaser verstärktem Kunststoff (CFK). Der 1,30 Meter flache Sportwagen mit E-Antrieb weist integrierte aerodynamische Elemente auf. So befinden sich an der Front, am Heck und an den Seiten markante Luftein- und Luftauslässe. Integrierte Luftführungen verbessern die Umströmung der Räder. Die Auslässe in den Flanken verringern den Überdruck in den Radhäusern und damit den Auftrieb. Die Straße leuchten Voll-LED-Scheinwerfer im markentypischen Vier-Punkt-Lichtdesign aus. Die Türen der Mission E öffnen gegenläufig. Eine B-Säule fehlt. Statt klassischen Außenspiegeln gibt es an den Seiten unauffällig montierte Kameras. 

Porsche Mission E InnenraumDer Elektroantrieb mit 600 PS

Kernstück des Porsche Mission E ist der Antrieb. Er setzt sich aus zwei permanent erregten Synchronmotoren (PSM) zusammen, ähnlichen denjenigen, die im Le Mans-Siegerauto 919 Hybrid eingesetzt wurden. Die Elektromotoren beschleunigen den Sportwagen und gewinnen die Bremsenergie zurück. Zusammen leisten sie 440 kW (600 PS). Den Sprint von null auf 100 km/h soll der Mission E in unter 3,5 Sekunden absolvieren. Bis Tempo 200 soll es weniger als zwölf Sekunden dauern. Die Besonderheit des Antriebs ist, dass sich die maximale Leistung auch dann entfaltet, wenn mehrmals hintereinander in kurzen Abständen beschleunigt wird. Ihre Energie holen die E-Aggregate  aus einer Batterie ab, deren Ladung für mehr als 500 Kilometer rein elektrische Fortbewegung reichen soll. Ist der Akku leer gefahren, kann in annähernd 15 Minuten Energie für 400 Kilometer nachtankt werden. Für Laden gibt es im linken vorderen Kotflügel vor der Fahrertür ein verschiebbares Segment. Es gibt den Zugang zum Ladeanschluss frei. 

800-Volt-Ladetechnik

Porsche setzt beim Laden des Energiespeichers auf eine 800-Volt-Technik. Damit verkürzen sich die Ladezeiten. Das Gewicht verringert sich, weil leichtere Kupferkabel mit einem reduzierten Querschnitt für den Energietransport reichen verglichen mit einem 400-Volt-System. Alternativ kann der Mission E auch an einem 400-Volt-System oder in der heimischen Garage induktiv aufgeladen werden. Bei letzterem parkt der Elektrosportwagen über einer in den Boden eingelassenen Spule. Die Energie wird dann drahtlos an das Gegenstück im Wagenboden übertragen. Mit dem Mission E verfolgt Porsche ein Leichtbaukonzept mit optimaler Gewichtsverteilung und einem tiefen Schwerpunkt. Letzterer wird durch die Lage der Batterie mitbestimmt. Der Lithium-Ionen-Akku ist auf dem neuesten Stand der Technik. Er ist im Wagenboden in voller Länge zwischen Vorderachse und Hinterachse eingebaut. So ergibt sich eine ausgeglichenen Gewichtsverteilung. 

Besondere Features im Innenraum des Mission E

Im Innenraum sind vier einzelne Rennschalensitze montiert. Der Getriebetunnel fehlt. Zwischen den Vordersitzen zieht sich geschwungen und unten offen die Mittelkonsole zur Armaturentafel. Das Fahrerdisplay ist gebogen, flach und freistehend. Das Kombiinstrument zeigt fünf Rundinstrumente in OLED-Technologie, also mit organischen Leuchtdioden. Ihnen zugeordnet sind Connected Car, Performance, Drive, Energie und Sportchrono. Die Ansteuerung erfolgt via Eye-Tracking-System. Es erkennt mit einer Kamera auf welches Instrument der Fahrer seine Augen richtet. Mit einer Taste am Lenkrad aktiviert der Fahrer das entsprechende Menü und kann er kann darin navigieren. In einem so genannten Parallaxe-Effekt folgt das Display der Sitzposition und Sitzhaltung des Fahrers. Das stellt sich, das relevante Anzeigen vom Lenkrad nicht verdeckt werden. Welche Gefühle den Piloten beim Fahren des  Mission E beschleichen, nimmt eine Kamera im Innenspiegel auf und gibt das Ergebnis per Emoticon   im Rundinstrument wieder. Der so ermittelte Fahrspaß kann zusammen mit individuellen Informationen gespeichert werden und über soziale Netzwerke verteilt werden.  Die Armaturentafel hat zwei dreidimensional strukturierte Lagen. Die obere Lage nimmt das Fahrerdisplay auf. Zwischen den Ebenen liegt ein holografisches Display. Es dient als Anzeige individuell ausgesuchter Apps und reicht bis weit in die Beifahrerseite. Die Apps sind nach ihrer Priorität sortiert. Gesteuert werden die Funktionen durch Gesten, die von Sensoren erkannt werden. Über ein Touchdisplay in der Mittelkonsole können sekundäre Funktionen bedient werden. Über Porsche Car Connect kann der Mission E  über ein Tablet von außen konfiguriert werden. Der Funktionsumfang kann so erweitert werden. Ein weiteres Feature sind die virtuellen Außenspiegel. In den unteren Ecken der Windschutzscheibe zeigen sich die Bilder, die von den Außenkameras in den vorderen Kotflügeln aufgenommen wurden. Darüber hinaus lassen sich hier auch Sicherheitsinformationen einblenden. 

Bilder: Porsche