Jaguar XKSS: Neuauflage

25.03.2016 13:48:47 | Cornelia Wahl
Jaguar XKSS - das OriginalGebaut nach Originalplänen und in Handarbeit legt der britische Sportwagenbauer den Jaguar XKSS neu auf. 

Neun XKSS-Fans dürfen sich freuen

Jene neun Auserwählte müssen sich in den automobilen 7. Jaguar-Himmel katapultiert fühlen, wenn sie Anfang 2017 ein Exemplar des neu aufgelegten legendären Jaguar XKSS geliefert bekommen. Dann sind es 60 Jahre her, als neun von ursprünglich 25 geplanten XKSS im britischen Werk Brown Land einem verheerenden Brand zum Opfer fielen. Viel ist noch nicht bekannt über den nachgebauten XKSS. Weitere Details will Jaguar später bekannt geben. Nur so viel, dass der Sportwagen nach Originalplänen und von Hand zusammengesetzt wird. Ach ja - und der Preis: Ein Exemplar des Nachbaus soll mit annähernd 1 Million Pfund (umgerechnet 1.265.425 Euro) zu Buche schlagen.

Die Basis des Jaguar XKSS

Der originale Jaguar XKSS hat als Basis das übriggebliebene Monocoque des dreifachen Le-Mans-Siegerautos D-Type, der damit zum Straßensportwagen umgebaut wurde. Der D-Type fuhr in Le Mans in den Jahren 1955, 1956 und 1957 zum Sieg. Jaguar beschloss, sich jedoch aus dem Motorsport zurückzuziehen. Doch was sollte mit den verbliebenen 25 D-Type-Monocoques geschehen. Der damalige Jaguar-Chef Sir William Lyons gab am 14. Januar 1957 grünes Licht für den Bau eines Supersportwagens mit der Bezeichnung XKSS. 25 Exemplare also sollten gebaut werden. Doch es kam anders: Am 12. Februar 1957  geschah ein Unglück. Die Fabrik Brown Lane wurde durch einen Brand zerstört und mit ihr 270 Autos, darunter neun noch nicht fertig gestellte XKSS. 

Jaguar XKSS - NachbildungJaguar XKSS: Das Vorbild aus dem Jahr 1957

Um eine Straßenzulassung zu erhalten, mussten einige Veränderungen vorgenommen werden. So bekam der XKSS eine höher gezogene Windschutzscheibe mit massivem Chromrahmen. Er verfügte über Seitenscheiben und eine zweite Tür auf der Beifahrerseite. Ebenso gab es veränderte Stoßfänger an der Front und am Heck. Scheinwerfer und Rücklichter bekamen ein verändertes Aussehen. Demontiert wurde die Trennstrebe zwischen Fahrer und dem (imaginären) Beifahrer. Verschwunden war für den Straßensportwagen auch die ikonische Heckflosse des D-Type. Gegen Wind und Regen bot ein Stoffdach den Insassen Schutz. 

Der Motor im originalen Jaguar XKSS 1957

Wie es sich für einen Sportwagen gehört, hatte der XKSS ordentlich Leistung. Sein Reihensechszylinder holte aus einem Hubraum von 3442 Kubikzentimetern eine Leistung von 186,4 kW (253,5 PS) bei einer Drehzahl von 5750 Touren. Sein Drehmomentmaximum von 324,5 Newtonmetern stand zwischen 4000 und 4500 Touren zur Verfügung. Das reichte locker aus, um den 920,8 Kilogramm leichten XKSS aus dem Stand in 5,2 Sekunden auf 96 km/h zu beschleunigen. Dem Vortrieb ein Ende gesetzt war bei Tempo 231,8. Der Motor verfügte über obenliegende Nockenwellen, zwei Ventile pro Zylinder. Der Zylinderkopf war aus Aluminium, der Motorblock aus Gusseisen. Er arbeitete mit drei Weber-Vergasern. 

Fahrwerk im originalen Jaguar XKSS 1957

Die Kraftübertragung über ein Viergang-Getriebe erfolgte an die hinteren Räder. Beim Fahrwerk entschieden sich die Briten vorne für Querlenker mit Drehstabfedern, Teleskopdämpfer und Querstabilisator. Hinten war eine Starrachse mit Torsionsfedern und Teleskopdämpfern verbaut. Die Richtungsvorgabe des Piloten setzte eine Zahnstangenlenkung um. Das Temperament zügelten vorne und hinten Scheibenbremsen. 

Gebaut werden die Nachbildungen des XKSS bei Jaguar Classic. Der originale Jaguar XKSS war für den Export in die USA vorgesehen. 

Bilder: Jaguar